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Gebisslos reiten

Dieser Eintrag stammt von Thomas Gross Am 13.6.2010 @ 11:34 In Blogroll | Keine Kommentare

Gebisslose Zäumung zur Unterstützung von Aufbauphasen im Training

In der Praxis sehen wir immer wieder verspannte Pferde, die es nicht mehr schaffen sich zu lösen.

Da wir grundsätzlich gebisslos reiten (außer im Gelände) erleben wir immer wieder das Gleiche. Das verspannteste Pferd löst sich in kurzer Zeit. Beeindruckend ist es immer wenn wir Kurse geben und Teilnehmer Pferde dabei haben, die verspannt im Genick und im Rücken sind. Wenn wir empfehlen mal eine Gebisslose Zäumung zu probieren sehen wir zunächst skeptische Blicke. Und das obligatorische „ Ja aber dann kann das Pferd nicht kauen etc.“  Wir holen dann z.B. einen LG Zaum und empfehlen, probieren Sie doch einfach mal. Und ? Der Effekt ist immer ähnlich. Das Pferd löst sich in kurzer Zeit. Der Reiter wird ruhiger mit den Händen, denn er muss nicht mehr ständig auf die Unruhe des Pferdes am Zügel reagieren. Es bildet sich ein positiver Kreislauf. Der negative Kreislauf wird unterbrochen (Pferd geht gegen das Gebiss, verspannt sich, der Reiter wirkt zu viel mit den Händen ein und arbeitet rückwirkend etc.). Ich möchte hier nichts gegen reiten mit Gebiss schreiben. Die Frage ist natürlich, ist das Gebiss in vielen Fällen nicht nur eine psychische Unterstützung für den Reiter. Der Reiter hat das Pferd „gefühlsmäßig“ besser im Griff. Das stimmt natürlich nicht. Aber die Funktionsweise eines Gebisses kann nur sinnvoll eingesetzt werden, wenn der Reiter die Fähigkeiten in der Handführung mitbringt. Daneben benötigt der Reiter sehr viel Disziplin um in unruhigen Situationen mit der Hand nicht ständig rückwirkend zu arbeiten. Das Problem ist aber, hat das Pferd das Vertrauen in die Reiterhand erst einmal verloren, dann ist der Sinn des Gebisses nicht mehr gegeben. Dann wird aus der gut gemeinten Hilfengebung ein ständiger Kampf. Wir sehen das in der Praxis täglich. Wir sind daher zum Ergebnis gekommen, die Gebisslose Zäumung kann praktisch viel mehr nützen als schaden. Daher empfehlen wir Pferde regelmäßig Gebisslos zu reiten. Das Pferd findet wieder Vertrauen in die Reiterhand. Der Reiter fühlt sich mit einem entspannten Pferd sicherer und kann wieder Vertrauen aufbauen. Der positive Kreislauf beginnt. Und wenn man dann im Gelände wieder ein Gebiss benützt, dann reagiert das Pferd auf geringe Zügelhilfen. Für Fragen zum Gebisslosen reiten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Thomas Gross

[1] Horsespirit Training


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